Neues aus der Bio­dynamischen Forschung

Im Juni 2014 jährte sich zum 90. Mal der Landwirtschaftliche Kurs Rudolf Steiners. Die daraus hervorgegangene Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise wurde Wegbereiter für den Ökologischen Landbau und hat seine wesentlichen Prinzipien geprägt. Aus diesem Anlass trugen Forscher aus verschiedenen Bereichen im Rahmen einer Tagung in Bonn den aktuellen wissenschaftlichen Stand zur Biologisch-Dynamischen Landwirtschaft zusammen und zeigten Perspektiven und Wissensdimensionen dieser Richtung des Ökolandbaus auf. Gemeinsam mit dem Institut für Organischen Landbau der Universität Bonn und dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaft der Universität Kassel-Witzenhausen hatten der Forschungsring für Biologisch-Dy­namische Wirtschaftsweise e.V. und der Demeter e.V. zu Beiträgen in fünf Sektionen und zur Diskussion geladen. Der Band dokumentiert die Vorträge, bei denen es nach einer wissenschaftlichen Bestandsaufnahme zunächst um Mensch und Wirtschaft, biodynamische Lebensmittel und Gesundheit, Genius Loci und Betriebsorganismus geht und natürlich auch um die Wirkung der Biologisch-Dynamischen Präparate. Fragen zur Statistik wurden gestellt und die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung und Züchtungsforschung wurde präsentiert. Forschung zur Tier-Mensch-Beziehung, zur Milchqualität und Erfahrungen mit muttergebundener Kälberaufzucht zeigte innovative Ansätze im Bereich der Tierhaltung. Neue Methoden zur Qualitätsbeurteilung wurden zusammengefasst und Ansätze zur Einordnung der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise in Agrarkultur bzw. in eine Wissenschaftstheorie zur Diskussion gestellt. Das Buch gibt Impulse für den Ökolandbau bzw. die Wissenschaft hierzu und zeigt die Aktualität biologisch-dynamischer Forschung.[Quelle: Buchbesprechung aus der Lebendigen Erde 5/2016]

Forschungsring e.V. (Hg.): Biologisch-dynamisch. 90 Jahre Impuls für eine Landwirtschaft der Zukunft

Wissenschaftliche Tagung 2016 in Bonn. Verlag Lebendige Erde, Darmstadt 2016, 184 S., 18,00 Euro

ISBN 978-3-941-232-13-6

Sortenbeschreibung für biologisch-dynamisch gezüchtete Getreidesorten

Tabea Meischner, Uwe Geier

In der Schriftenreihe des Instituts für Biologisch-Dynamische Forschung ist die "Sortenbeschreibung für biologisch-dynamisch gezüchtete Getreidesorten" in diesem Jahr erschienen.

Hierzu heißt es im Vorwort:

Die Sortenbeschreibung ist die erste ausführliche Zusammenstellung der verfügbaren biologisch-dynamischen Getreidesorten und deren Vergleich mit aktuellen konventionellen Sorten. Sie zeigt nicht nur, dass es mittlerweile ein recht großes Angebot an biologisch-dynamischen Getreideesorten gibt, sondern auch, dass diese vor allem in den Qualitätsparametern den konventionellen Vergleichssorten überlegen sind.

[Reiner Schmidt, Beratungsdienst Ökologischer Landbau Schwäbisch Hall e.V.]

Meischner, T., Geier, U. 2013: Sortenbeschreibung für biologisch-dynamisch gezüchtete Getreidesorten.

Schriftenreihe Bd. 25, Forschungsring eV, Darmstadt, ISBN 978-3-941232-08-2,  16 €

 

Food Crash

Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr

Felix zu Löwenstein

„Bio? Als Luxus für Reiche ist das ja ganz nett. Aber jetzt wird’s ernst. Fast sieben Milliarden Menschen müssen ernährt werden, und es werden ständig mehr. Jetzt muss industriell produziert werden: mit Pestiziden, Kunstdünger, Gentechnik!“ Diese These klingt doch nach gesundem Menschenverstand! Aber ist sie wirklich zutreffend? Oder gehen wir damit der Agrarindustrie auf den Leim, für die der Hunger in der Welt die Grundlage für ein florierendes Geschäft mit Pestiziden, Düngemitteln und Gentechnik-Saatgut ist? In seinem Buch FOOD Crash macht der international angesehene Fachmann für Ökolandbau Felix zu Löwenstein verständlich, dass eine industrielle Landwirtschaft, die auf der Übernutzung von Ressourcen aufbaut, kein Weg zur Lösung, sondern eine Sackgasse ist. Und dass nicht die mangelnde Produktionssteigerung, sondern der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln, die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie mangelnde Gerechtigkeit zum Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems führen. Mit seiner zugespitzten These »Wir werden uns entweder ökologisch ernähren oder gar nicht mehr« betreibt Löwenstein keine apokalyptische Schwarzmalerei. Vielmehr zeigt er an spannend und lebendig erzählten Beispielen, wie es im Einklang mit der Natur – und damit nachhaltig – gelingen kann, die Ernährungsgrundlage der Menschheit zu sichern. Und er beschreibt, welche Hebel politischen und privaten Handelns dafür in Bewegung gesetzt werden müssen.

Pattloch Verlag, 320 Seiten, ISBN 3-629-02300-2,  ISBN 978-3-629-02300-1 19,99€

 

Bedrohte Saat

Saatgutpflege und der Kampf gegen die Macht der Agrarkonzerne

Manfred Christ (Hrsg)

So wie Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, kommt Saatgut auch nicht einfach aus dem Sack. Und es ist, zwar unsichtbar, genauso wichtig für unseren Alltag: keine Brötchen, keine Milch aus Viehfutter, ohne dafür Saatgut zu nutzen. Vor dem Hintergrund der offensiven Verbreitung der AgroGentechnik diskutieren verschiedene Autoren, u.a. Manfred Klett, Nikolai Fuchs, Petra Kühne, die Bedeutung dieses bedrohten Kulturgutes in verschiedenen Facetten: Geschichte der Agrarkultur und deren Umformung zum Agrobusiness, Fakten zu den Versprechungen der Konzerne, Probleme im Saatgutrecht, der Unterschied zwischen Innovation und Fortschritt und gesellschaftliche Konsequenzen des saatgutbezogenen Kontrollanspruchs der Konzerne kommen zur Sprache, und natürlich: ein biodynamischer Züchter – Bertold Heyden. Dabei bietet der Lesestoff eine Reihe neuer Einsichten über die gentechnikkritischen Standards hinaus.

Pforte Verlag Dornach 2010, 326 S., ISBN 978-85636-197-6, 14,00 €