Wirkung des Hornkieselpräparates in Verbindung mit Baldrianpräparat auf den Kornkäferbefall von überlagerten Weizensorten

Beispiele für den Kornkäfer- und sekundären Schimmelbefall an Weizen des Kieselspritzvergleiches (Ernte 2000) nach Überlagerung. Dottenfelderhof 2006 [Boniturnoten nach BBA: 1= nicht befallen; 9= sehr stark befallen]

Im Rahmen der biologisch-dynamischen Züchtungsforschung wurde in der Vergangenheit der Frage nachgegangen, ob eine Abhängigkeit der Wirksamkeit der biologisch-dynamischen Präparate von der verwendeten Kulturpflanzensorte besteht. Nach umfangreichen Versuchen Ende der 90er Jahre wurden 2000 und 2001 Kieselspritzvergleiche mit der herkömmlichen Winterweizensorte ’Bussard’ und den bio-dynamischen Erhaltungssorten ’Lux’ und ’Rufus’ mit 20 Wiederholungen in Parzellengrößen von 4,4 m2 als Spaltanlage angelegt. Die Anwendungen des Horn-
kieselpräparates (0,1%) unter Zusatz von Baldrianpräparat (0,02%) erfolgten in Höhe von 200 l/ha zu Schossbeginn (BBCH 30), vor dem Ährenschieben (BBCH 33) und zur Milchreife (BBCH 73). Vom Erntegut wurden Rückstellproben des Korns in Höhe von einem Kilogramm in Papiertüten aufbewahrt. Um die Körner vor Kornkäferbefall zu schützen, wurden die Proben nach drei Jahren mit Kieselgur behandelt und in Schraubdosen umgefüllt. Bei Öffnung der Dosen im Herbst 2006 wurde dennoch ein Befall mit Kornkäfern und Sekundärschäden durch Verpilzung festgestellt und die augenscheinlich großen Befallsunterschiede bonitiert.
Das Ergebnis für den Kornkäferbefall ist in Abbildung 20 dargestellt. Danach ergaben sich sowohl für die Sorten als auch für den Spritzvergleich signifikante Unterschiede. Besonders bemerkenswert ist zum einen der geringe Befall der Sorte ’Rufus’ sowie zum anderen der starke Behandlungseffekt bei der Sorte ’Lux’ mit einer signifikanten Befallsverminderung um 52 Prozent. Im Mittel der Sorten wirkten sich die Spritzungen mit dem Kiesel-Baldrianpräparat auf den Befall mit einer Reduktion in Höhe von 33 Prozent aus.
Die Ursache für diese Wirkung der Präparate muss in der  Aktivierung aller physiologischen Lebensvorgänge, einschließlich derjenigen des Selbstschutzes der Pflanze, gesehen werden. So kann angenommen werden, dass die bestehenden Unterschiede unter anderem auf Bildung bzw. Beständigkeit von Ethylformiat in unterschiedlicher Höhe beruhen, mit welchem sich das frische Korn gegen Kornkäfer schützt. Dieses Beispiel des Kornkäferbefalls stellt einen weiteren Beleg für die hohe Wirksamkeit biologisch-dynamischer Präparate dar. Aufgrund dieser deutlichen Unterschiede wurde in diesem Jahr eine Qualitätsuntersuchung der Proben mit ’Bildschaffenden Methoden’ bei Dr. U. Geier (IBDF) in Auftrag gegeben.