Langzeitversuch zur Wirkung von Fingerhut-Extrakt in Abhängigkeit von Kali- und Gesteinsmehldüngung

Anlage des Versuches zur Kali-Düngung und Digitalis-Behandlung. Dfhof 1997

2009 wurde der Langzeitdüngungsversuch zur Erarbeitung einer nachhaltigen Strategie zur Gesundungsdüngung und Qualitätssicherung bei Kaliummangel im Boden abgeschlossen, welcher 1997 für eine Fruchtfolgerotation von 12 Jahren projektiert war. Ziel war es, zum einen die Düngungswirkung von ’Kalimagnesia’ entsprechenden Gaben von Gesteinsmehlen gegenüberzustellen. Zum anderen sollte geprüft werden, welche Effekte bei den Kulturen durch Behandlungen mit dem in den Anfängen des Bio-Dynamischen Landbaues auf Empfehlung R. Steiners eingesetzten Fingerhut-Extrakt (Digitalis purpurea) zu erzielen sind.

Die Versuchsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen. Unter den Bedingungen einer schlechten Kalium-Verfügbarkeit der Versorgungsstufe ’A’ (bis 5 mg K/100 g Boden) ist vor allem das Wachstum von Hackfrüchten und Feld¬futter eingeschränkt. Durch eine richtlinienkonforme Gesundungsdüngung mit Kalimagnesia in Höhe von 400 kg/ha K zu Kartoffeln und Luzerne- sowie Kleegras ließen sich evidente Verbesserungen in der Ertrags- und Qualitätsbildung erreichen. Die Pflanzengesundheit war ebenfalls verbessert, was bei Weizen anhand einer erhöhten Widerstandskraft gegenüber Nematodenbefall (Pratylenchus ssp.) festgestellt wurde. Vor allem wurden das Wachstum von Luzerne- und Kleegras einschließlich der N-Aufnahme (+80 kg N/ha/a zur Kontrolle) enorm gesteigert. Das führte zu einer erheblichen Verbesserung des Vorfruchtwertes für Weizen. Es wird davon ausgegangen, dass das verstärkte Leguminosen- und Graswachstum positiv die Humusbilanz und letztlich auch die Bodenfruchtbarkeit beeinflusst. Die Wirtschaftlichkeit der Kalimagnesia-Gaben war mit Mehrerlösen in Höhe von 840 €/ha bei Kartoffeln, 500 €/ha bei Luzernegras und 360 €/ha bei der Nachfrucht Weizen gegeben.

Die Düngung von Gesteinsmehlen führte zu keinem vergleichbaren Ergebnis. Im Gegenteil verursachte sie generell Mehrkosten.

Die Fingerhut-Behandlungen, die sowohl zur mineralischen Düngung als auch im Zusammenhang mit der Ausbringung der Spritzpräparate vorgenommen wurden, erhöhten signifikant die Erträge des Futters, des Roggenstrohs und des Hafers (2005) zwischen 2,3 und 5,9%. Zudem wurde die Nährstoffaufnahme der untersuchten Hauptelemente bei allen Früchten statistisch gesichert verbessert. In einzelnen Fällen wurden deutliche Qualitätssteigerungen nachgewiesen, wie z. B. der Vitamin C-Gehalt der Kartoffeln, welcher sich um rel. 13% gegenüber der Kontrolle erhöhte. Nicht nur der biodynamischen landwirtschaftlichen Praxis kann daher die Anwendung von Fingerhut-Extrakt nachdrücklich empfohlen werden, wobei vor der hohen Giftigkeit der Pflanze zu warnen ist.

Im Boden weisen nach 13 Jahren und Düngung von 1.600 kg K/ha die pflanzenverfügbaren K2O-Gehalte im Boden keinerlei Unterschiede auf, weil der abschließende dreijährige Kleegrasanbau die K-Vorräte im Boden erschöpfte. Allein die Kalimagnesia-Düngung führte vorübergehend zu verbesserten K2O-Gehalten und einer signifikanten Verminderung der K-Fixierung, d. h. zu einer verbesserten Absättigung der sekundären Tonminerale im Boden.

Der Versuch wird in einer modifizierten Versuchsdurchführung unter Hinzunahme der Düngung von Holzhäcksel-Grüngut-Kompost fortgeführt.

» siehe Bericht 2009