Evaluierung von Wintergersten auf Widerstandsfähigkeit gegenüber der Streifenkrankheit (Drechslera graminea)

Wintergerste wird seit jeher auf dem Dottenfelderhof kultiviert. Entsprechend der bio-dynamischen Bewirtschaftung wird ein Saatgutnachbau gepflegt. Dennoch wurde ein Auftreten der Streifenkrankheit der Wintergerste nie beobachtet. Mit dem Jahr 2009 hatte sich dies mit einem flächendeckenden Ausbreiten im Zuchtgarten geändert. Zur Folge hatte dies unter anderem, dass ein favorisierter Zuchtstamm wegen höheren Befalls nicht in die Anmeldung gegeben werden konnte. Eine Bekämpfung der Streifenkrankheit ist im Bio-Landbau nur schwer möglich, da nur thermische Saatbeizen zugelassen sind, nicht z. B. das gut wirksame Ethanol. Über die Widerstandsfähigkeit des Wintergerstensortiments liegen keinerlei aktuelle Untersuchungen vor, zumal bei der Sortenzulassung vom Bundessortenamt die Anfälligkeit von D. graminea nicht geprüft wird.

Um die Resistenz der Wintergerste gegenüber der Streifenkrankheit künftig im Züchtungsgang zu berücksichtigen, wurde daher von der ’Forschung & Züchtung Dottenfelderhof’ (FZD) ein Antrag im Rahmen des ’BÖLN’ bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beantragt, dem im September diesen Jahres statt gegeben wurde (Projekt-Nr.: BLE 2810OE073).

In dem Vorhaben sollen aktuelle Wintergerstesorten aus Deutschland und Österreich sowie fortgeschrittene Zuchtstämme (>F7) der ’FZD’ hinsichtlich ihrer Anfälligkeit gegenüber der Streifenkrankheit unter den Bedingungen des Ökologischen Landbaus evaluiert werden.

Das Projekt erstreckt sich über drei Vegetationsjahre (2011/12, 2012/13 und 2013/14). In der ersten Vegetationsperiode werden die zu prüfenden Sorten auf dem Standort 'Dottenfelderhof', Bad Vilbel intensivem Sporenflug ausgesetzt, indem sie in direkter Nachbarschaft zu zwei hoch befallenen ’Infektionsträgersorten’ angebaut werden. Für die Infektion wurde dieser Standort ausgewählt, da er sich bereits als besonders geeignet erwiesen hat (Müller 2006). Die Prüfsorten werden geerntet und im zweiten Vegetationsjahr auf den Standorten 'Dottenfelderhof' und 'Darzau' (Niedersachsen) ausgesät, um den Befall mit Streifenkrankheit unter verschiedenen Standortbedingungen zu ermitteln. Der zweite Infektionsanbau 2012/13 erfolgt als Nachbau der Ernte 2012. Dadurch wird einerseits der Effekt eines Saatgutnachbaues simuliert und andererseits der natürliche Infektionsdruck erhöht. Im dritten Jahr 2013/14 erfolgt lediglich der Anbau der natürlich infizierten Testsorten auf beiden Standorten mit Prüfung der Befallshöhe, um Aussagen über deren Widerstandsfähigkeit zu erhalten.

[Quelle: Müller K.J. (2006): Die Anfälligkeit gegenüber der Streifenkrankheit (Pyrenophora graminea) im deutschen Sommergerstensortiment unter natürlichen Befallsbedingungen im ökologischen Landbau. Abschlussbericht zum BMELV-Projekt Aktenzeichen 514-43.10 / 03OE022. ]

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