Landwirtschaft ist mehr als Pflanzen- und Tierproduktion

Landschaftsentwicklung

Die Gestaltung der Landschaft mit Feldrainen, Feldgehölzen, Tümpeln, Baumreihen, Hecken, sowie Streuobstflächen ist ein integraler Bestandteil der biologisch-dynamischen Bewirtschaftung.
Seit der Bewirtschaftung durch die Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof 1968 wurden verschiedene Anlagen und Pflanzungen in dieser Sache durchgeführt. Leitende Gesichtspunkte waren dabei die Gliederung der Landschaft, das Schaffen von Lebensräumen für verschiedene Lebewesen (von der Schlupfwespe bis zum Mauswiesel), das Einrichten von sogenannten Pilzauen, die Gestaltung des Flusslaufes, die Bereicherung der Diversität der Weidezusammensetzung, sowie die Integration von Bäumen in den Ackerbau.

Landschaft 1956
Landschaft 2002
Landschaft 2002

Auf dem Luftbild von 1956 ist die Niddaschleife mit der Bahnlinie deutlich zu erkennen. Das Bild wurde aufgenommen, um angesichts der überfluteten Flächen für die Regulierung des Flusses zu werben.
Beeindruckend ist das völlige Fehlen von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Ungefähr 50 Jahre später ist nun eine reichhaltige Auenlandschaft gestaltet worden, dies dokumentiert das Luftbild von 2002 durch seine grün und gelb eingefärbten Elemente.

In naher Zukunft stehen neue Gestaltungselemente im Südosten der Betriebsflächen an. Hierbei geht es vor allem um eine Vernetzung der Landschaftselemente des Obstbaues im Süden des Betriebes mit der Flußaue der Nidda.

Verschiedene Projektarbeiten von Schülern der Landbauschule Dottenfelderhof haben Massnahmen der Landschaftsentwicklung vorbereitet, begleitet oder ausgewertet. Zum Beispiel:
Hecken als Teil des landwirtschaftlichen Organismus, Mirjam Paehr, 2014

Diese Arbeit stellt fast verlorenes Wissen zur aktiven Nutzung von Hecken in der Landwirtschaft zusammen und zeigt am Beispiel der Nutzung durch Milchkühe worauf es bei der Anpflanzung und Erhaltung pflegeleichter und produktiver Hecken ankommt. Entgegen mancher Meinung sind nicht beschnittene, verwilderte Hecken meist wenig vielfältig, da sich einige wenige Arten schnell durchsetzen und die Hecken innen vergreisen. Dagegen ermöglicht die konsequente und aufmerksame Pflege einer Hecke wertvolle Nutzung und schafft wirklich vielfältige Biotope. Ein großes Anliegen war es den Kontakt zwischen Mensch und Hecke wieder herzustellen. So ist die Arbeit auch ein Plädoyer für die Kultur des Spaziergangs, besonders eben auf den eigenen landwirtschaftlichen Flächen.