Food Crash

Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr
„Bio? Als Luxus für Reiche ist das ja ganz nett. Aber jetzt wird’s ernst. Fast sieben Milliarden Menschen müssen ernährt werden, und es werden ständig mehr. Jetzt muss industriell produziert werden: mit Pestiziden, Kunstdünger, Gentechnik!“ Diese These klingt doch nach gesundem Menschenverstand! Aber ist sie wirklich zutreffend? Oder gehen wir damit der Agrarindustrie auf den Leim, für die der Hunger in der Welt die Grundlage für ein florierendes Geschäft mit Pestiziden, Düngemitteln und Gentechnik-Saatgut ist? In seinem Buch FOOD Crash macht der international angesehene Fachmann für Ökolandbau Felix zu Löwenstein verständlich, dass eine industrielle Landwirtschaft, die auf der Übernutzung von Ressourcen aufbaut, kein Weg zur Lösung, sondern eine Sackgasse ist. Und dass nicht die mangelnde Produktionssteigerung, sondern der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln, die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie mangelnde Gerechtigkeit zum Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems führen. Mit seiner zugespitzten These »Wir werden uns entweder ökologisch ernähren oder gar nicht mehr« betreibt Löwenstein keine apokalyptische Schwarzmalerei. Vielmehr zeigt er an spannend und lebendig erzählten Beispielen, wie es im Einklang mit der Natur – und damit nachhaltig – gelingen kann, die Ernährungsgrundlage der Menschheit zu sichern. Und er beschreibt, welche Hebel politischen und privaten Handelns dafür in Bewegung gesetzt werden müssen.
Pattloch Verlag, 320 Seiten, ISBN 3-629-02300-2, ISBN 978-3-629-02300-1 19,99€

Bedrohte Saat
Saatgutpflege und der Kampf gegen die Macht der Agrarkonzerne
Manfred Christ (Hrsg)
So wie Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, kommt Saatgut auch nicht einfach aus dem Sack. Und es ist, zwar unsichtbar, genauso wichtig für unseren Alltag: keine Brötchen, keine Milch aus Viehfutter, ohne dafür Saatgut zu nutzen. Vor dem Hintergrund der offensiven Verbreitung der AgroGentechnik diskutieren verschiedene Autoren, u.a. Manfred Klett, Nikolai Fuchs, Petra Kühne, die Bedeutung dieses bedrohten Kulturgutes in verschiedenen Facetten: Geschichte der Agrarkultur und deren Umformung zum Agrobusiness, Fakten zu den Versprechungen der Konzerne, Probleme im Saatgutrecht, der Unterschied zwischen Innovation und Fortschritt und gesellschaftliche Konsequenzen des saatgutbezogenen Kontrollanspruchs der Konzerne kommen zur Sprache, und natürlich: ein biodynamischer Züchter – Bertold Heyden. Dabei bietet der Lesestoff eine Reihe neuer Einsichten über die gentechnikkritischen Standards hinaus.
Pforte Verlag Dornach 2010, 326 S., ISBN 978-85636-197-6, 14,00 €

