Bericht Wintergerste 2011

Abb. 1: Ergebnisse der Leistungsprüfungen von Wintergerstenzuchtstämmen der Forschung & Züchtung Dottenfelderhof 2007-2011
Abb. 2: Wintergerste ’HS-Cayu’ (mit sichtbaren Symptomen der Streifenkrankheit) und der Wintergerstenzuchtstamm ’HS AM 644-10’ in Alsfeld 2011

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Nahezu wie im vorigen Jahr war das Wachstum der Gerste einerseits durch die starke Winternässe und die hohen Nmin-Werte begünstigt. Andererseits wurde es durch Drahtwurmbefall und die sich nun ’etablierte’ Streifenkrankheit beeinträchtigt. Daher lag im Zuchtgarten besonderes Augenmerk auf dem Auftreten dieses saatbürtigen Pilzes, denn Resistenzen des derzeitigen Sortiments sind nicht bekannt. Daher wurden im Rahmen des seit 1. September laufenden BLE-Projektes zur Evaluierung der Drechslera graminea-Widerstandsfähigkeit 84 Z-Sorten aus D und A sowie 32 Linien der FZD in zweifacher Wiederholung und des Weiteren 99 Genbankakzessionen zwischen Streifen der hoch infizierten eigenen Linien ’CaKri und ’CaAlp’ (Check) ausgesät. Die Befallsprüfung wird dann in den Vegetationsperioden 2013 und 2014 auf dem Dfhof und in Darzau vorgenommen. Mit dem zweiten Streifenkrankheits-Befallsjahr zeichnet sich ab, dass vor allem bei bestimmten Kreuzungen eine Resistenz vorzuliegen scheint. Während dies bereits züchterisch verwertet wurde, tragen alle anderen Beobachtungen scheinbarer Resistenz aufgrund der Kürze der Beobachtungszeit nur vorläufigen Charakter.In den Leistungsprüfungen auf dem Dfh und AL wurden mit Ø 73,3 bzw. 81,6 dt/ha die Höchst-Erträge vom Vorjahr noch getoppt. Trotz des höheren Streifenkrankheitsbefalls erreichte ’Cayu’ im LSV gegenüber den Vergleichssorten noch rel. 94 %. Im Mittel der Jahre lag sie immer noch bei rel. 103 % (Abb. 1). Es ist zu hoffen, dass die erstmalige Behandlung des Saatgutes mit Ethanol so wirksam ist, dass 2012 die verschobene Anmeldung nachgeholt werden kann. Die flugbrandresistenten favorisierten Stämme ’HS AM-10’ und ’HS AD-10’ (Abb. 2) kommen mit rel. 88 bzw. 96 % nicht oder nur knapp an das Niveau der mehrzeiligen Standardsorten heran, wenn dies auch durch höhere RP-Gehalte von rel. 10 bzw. 5 % relativiert wird. Es deutet sich jedoch an, dass bessere Linien der gleichen Kreuzung in 2012 in die Prüfung gegeben werden können. Neue Kreuzungen, teils Rückkreuzungen, wurden mit dem Hauptgesichtspunkt der Resistenz gegenüber den saatgutübertragbaren Krankheiten angelegt.