Bericht Winterweizen 2011

Abb. 1: Züchter Hartmut Spieß begutachtet den Winterweizen Butaro
Abb. 2: Ergebnisse der Leistungsprüfungen von Winterweizensorten- und -zuchtstämmen der Forschung & Züchtung Dottenfelderhof 2006-2011

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Die Vermehrung von Basis- und Z-Saatgut (ZS) von ’Butaro’ (Abb. 1), die von der Bioland Handelsgesellschaft Baden-Württemberg übernommen wurde, hat sich 2011 eingespielt. Dies bedeutete auch eine deutliche Arbeitserleichterung, da lediglich noch das Vorstufensaatgut erzeugt werden muss. Für den Anbau 2012 wurden 69 t ’Butaro’ Z- und 7 t Basis-Saatgut erzeugt. Erstmalig verkaufte die BHG 1,4 t ZS von ’Jularo’ aus Dottenfelderhof-Anbau. Insgesamt entspricht dies einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von rd. 30 %. Dennoch ist zu hoffen, dass die Nachfrage vor allem von ’Jularo’ noch ansteigt. Die Erzeugung von Vorstufensaatgut liegt derzeit bei rd. 3 t.
In den Vermehrungsbetrieben gab es 2011 vor allem Probleme mit einem schleichenden Steinbrandbesatz, besonders mit Zwergsteinbrand befallenen Chargen. Aus diesem Grund wurden drei Vermehrungen aberkannt (>20 Sporen/Korn). Hier eröffnet sich eine neue Problematik. Was nützt eine Sorten-Resistenz, wenn durch den Mähdrescher oder andere Quellen eine Sporenkontaminierung des Saatgutes mit >20 Sporen pro Korn erfolgt? Da schützt auch die Resistenz nicht vor einer Saatgutaberkennung. Hier ist Gesprächs- und Klärungsbedarf bereits angemeldet. Im Hinblick auf diese Problematik wird künftig die Möglichkeit genutzt, Zuchtstämme auf der Schwäbischen Alb auf Anfälligkeit gegen Zwergsteinbrand zu testen, um diese schnell verfügbar zu machen.
Wie bereits oben erwähnt, ist ’Lux’ unter dem Namen ’Luxaro’ vom BSA als Erhaltungssorte anerkannt worden. Aus seinem Mehl soll ein besonderes Vollkornbrot durch die Hofbäckerei entwickelt werden.
Der Umfang der Leistungsprüfungen (LP) war mit 640 Ertragsparzellen ähnlich groß wie 2010 und enthielt den klassischen ’Ringversuch’, die mehrortige LP mit dem zusätzlichen Standort Liederbach (AL) sowie die LP der Lochow GmbH. Wie schon im Vorjahr standen die favorisierten Stämme auf bis zu 13 Orten. Vierortig wurden bis zu 19 Stämme vorgeprüft. Die Frühjahrstrockenheit einerseits und die anhaltende Nässe in der Erntezeit waren die Haupteinflussfaktoren, die in dieser Vegetationsperiode die Ergebnisse primär beeinflussten. Auf dem hiesigen Standort wurde dennoch ein sehr hoher Ertrag im Mittel von 64 dt/ha (48-76 dt/ha) erreicht. Der für eine Anmeldung favorisierte ’HS 166-08’ lieferte erstmalig nicht den Höchstertrag, lag aber über den Standards (rel. 104%). Über die Jahre (Abb. 2) weist er rel. 112% Ertrag auf und kommt aufgrund seiner Resistenz- und ganzheitlich qualitativen Eigenschaften für die Zulassung im Herbst infrage. Ebenso steht ’HS 94-07’ im Blickfeld, welcher in der Backqualität der derzeit beste Kandidat ist und gleichzeitig in der Steinbrand-Resistenz bisher überzeugt.